#3 – Sours / Glühwein

In der dritten Folge des Cocktailpodcasts werfen wir einen ersten Blick auf die Drinkkategorie der Sours. Wie es der perfekten Balance aus süß und sauer gebührt, versuchen auch wir wieder Information und Unterhaltung im Gleichgewicht zu halten. Hierfür werden wir ein wenig über Geschichte sprechen, einige Cocktails vorstellen und natürlich zu den Jungs vom Sneakpod schalten.

Daiquiri und Aperol Sour

zur Linken ein Daiquiri als klassischer Sour und zur Rechten ein Aperol Sour als Beispiel für einen Likörsour

Auf eine Höreranfrage reagierend sprechen wir am Ende, passend zur Jahreszeit, auch noch kurz über selbstgemachten Glühwein.

Für den Aufsprecher am Anfang bedanken wir uns bei Mohammad Nazzal aus dem Al-Salam in Köln.

Spirituosen-Sour
4cl Spirituose (z.B. Gin/Vodka/Whiskey/…)
2cl frischer Zitronensaft
2cl Zuckersirup
auf Eis shaken und in Cocktailspitz (oder auf frisches Eis in Tumbler) abseihen.
Mit Zitrone dekorieren.

Likör-Sour
4cl Likör
2cl frischer Zitronensaft
2cl Fruchtsaft (z.B. Orangensaft)
auf Eis shaken und in Cocktailspitz (oder auf frisches Eis in Tumbler) abseihen.

Rum sour/Daiquiri
5cl Rum (braun oder weiß)
3cl frischer Limettensaft
2cl Zuckersirup
auf Eis shaken und in Cocktailspitz abseihen.
Mit Limette dekorieren.

Tommy’s Margarita
4cl Tequila
2cl frischer Limettensaft
2cl Agavendicksaft
auf Eis shaken und in Cocktailschale oder Margaritaglas abseihen.
Mit Limette dekorieren.

Holiday
4cl Tequila
2cl frischer Zitronensaft
2cl Grenadine
auf Eis shaken und in Cocktailspitz abseihen.

French 75
4cl Gin
2cl frischer Zitronensaft
2cl Zuckersirup
auf Eis shaken und in Champagnerglas (oder auf frisches Eis in hohes Glas) abseihen.
Mit Champagner auffüllen.

Aperol sour
4cl Aperol
2cl frischer Zitronensaft
2cl Orangensaft
auf Eis shaken und in Cocktailspitz (oder auf frisches Eis in Tumbler) abseihen.
Mit Orangenzeste abspritzen und dekorieren.

Frankfurt sour
4cl Amaretto
2cl frischer Zitronensaft
2cl Apfelsaft
auf Eis shaken und in Cocktailspitz (oder auf frisches Eis in Tumbler) abseihen.
Mit Apfelscheibe dekorieren.

Glühwein
0,7l trockener Wein (rot oder weiß) oder Apfelwein
5-8 ganze Nelken
2-3 ganze Sternanis
1 ganze Zimtstange
Zucker oder Honig nach Belieben
evtl.: Orangenschale, Zitronenschale, Piment, Kardamon, Hibiscus, Fruchtsäfte (Orange, Zitrone, Johannisbeere)
erwärmen (nicht über 85°C), mindestens eine Stunde durchziehen lassen, zum Servieren wiederum erwärmen.

26 Gedanken zu “#3 – Sours / Glühwein

  1. Sehr unterhaltsamer und informativer Podcast, wie immer!
    Bisher war mir noch gar nicht bewusst, dass ein Daiquiri und ein Caipirinha auch nur „gewöhnliche“ Sours sind, eueren Bildungsauftrag habt ihr also voll erfüllt.

    Hab gerade eben auch mal etwas ausprobiert. Spirituosen-Sours kenn ich schon einige bzw die meisten, die bei mir möglich sind. Also gab es eben einen Holiday und der war dafür, dass ich Tequila-dominierte Drinks nun nicht soo gerne mag, ziemlich gut, die Grenadine machts doch nochmal etwas anders als der Zuckersirup. Besser gefällt mir da schon der Likör Sour, da hab ich mich als Zutaten spontan für Licor 43 und Orangensaft entschieden. Die beiden passen gut zusammen und bilden ein fruchtiges Gespann mit leicht sauerem Unterton, da wäre 5-3-2 mit etwas mehr Zitrone vielleicht besser als 4-2-2. Likör Sours probier ich demnächst sicher noch ein paar mehr aus.

  2. Frage, ihr Lieben: Nehmt ihr wirklich genauso viel Agavendicksaft, wenn ihr damit süßt (anstatt mit Zuckersirup)? Habt ihr das getestet? Meine Erfahrung mit Agavendicksaft (in einem anderen kulinarischen Kontext) ist, dass der wirklich schrecklich süß ist. Insofern würde ich jedem empfehlen, den erst mal sparsam zu dosieren und zu testen, ob nicht vielleicht schon bei einem geringeren Anteil der erwünschte Effekt erzeugt wird…

    Christoph, ich hoffe, ich bekomme etwas „Cocktailmixwerkzeug“ zu Weihnachten oder zum Geburtstag… Nur so’n Gedanke.

  3. @Claudia: Du hast natürlich recht, Agavendicksaft ist fürchterlich süß, aber daher auch der grundsätzlich gültige Tipp den Süß/Sauer-Mix separat abzuschmecken und dann erst die Spirituosen darauf zu geben.

    Auch Citrusfrüchte sind nicht immer gleich sauer. Je nach Größe, Alter, Jahreszeit und Herkunft können Zitronen und Limetten sehr unterschiedlich sauer sein – es heißt also fast immer: abschmecken.

  4. Mal wieder ein schöner Podcast samt interessantem Glüchwein-Addendum. Eins muss ich jetzt aber noch loswerden: Der Soundeffekt während der Outtakes ist hmm… wie soll ich es sagen? Geöhnungsbedürftig. Vielleicht einfach nicht so laut abmischen. Da reißt es mich jedes Mal ganz – und das auf zurzeit schneeglatter Fahrbahn… 😉

  5. @Claudia und Robert: Ich muß Dir widersprechen, Bob: Agavendicksaft ist fürchterlich süß, wenn man ihn pur trinkt, aber Zuckersirup ist das auch. Ich habe heute nochmal einen Tommy’s Margarita gemacht und extra darauf geachtet und festgestellt, daß er etwa genauso stark süßt wie Zuckersirup, d.h. man braucht auch ähnlich viel (422).

    Aber Abschmecken kann natürlich nie schaden.

  6. Seitdem ich euren podcast gefunden habe, bekomme ich richtig lust selber mal den einen oder anderen cocktail zu mixen. Als alter Whisky und Gin liebhaber sollte es da was machbar sein.
    Ich hab diesen sommer mal einen Pernod Sour getrunken. Das teil war himmlisch! Habt ihr nen tipp? Ansonsten werde ich mich mal mit ner Flasche Pernod an den Tisch setzten. Aber das könnte böse enden… 😉

    PS: Single Malts in Cocktails wäre mein Themenwunsch

  7. @Touri: Freut mich, dass wir Dir Lust auf Cocktails gemacht haben. Als Gin Freund bietet sich natürlich als erstes der Gimlet an als Einsteigerdrink. Auch Gin Fizz und Collins sind gute Varianten und doch recht einfach zu machen. Und wenn Du sowieso Zitrone und Zuckersirup da hast, kannst Du auch direkt einen Whisky Sour machen…

    Single Malts wird wohl noch etwas auf sich warten lassen. Bis dahin kann ich Dir auf jeden Fall den Padovani (4 Single Malt, 2 St Germain Holunderblütenlikör) empfehlen, außerdem eine Rusty Nail Variante (4 Single Malt, 2 Drambui), wie bei Cocktails Old Fashioned auch oder, wenn es etwas komplexer werden soll, dann eine Manhattan Variante, den Rob Roy (5 Single Malt, 2 roter Vermouth, Dash Bitter). Wie bei allen Rezepten gilt auch hier: Die Verhältnisse sind nur Hinweise oder Vorschläge – unbedingt selbst experimentieren!
    Gerade Drinks mit nur 2 Zutaten honorieren es, wenn man richtig gute Spirituosen nimmt. Gute Produkte -> bessere Drinks.

    Ach ja, und zu Pernod wird sich Christoph heute Abend nochmal genauer äußern. Aber irgendwas zwischen Likör Sour und normalem Sour sollte funktionieren – vielleicht statt Orangensaft mal Apfel versuchen.

  8. Danke für deinen Tipp. Ich hatte auch an einen Tom Collins gedacht. Den Trinke ich extrem gerne (am liebsten mit einem Dash Bitter) und ist ne gute Basis. Hab mir grade ein Mixglas und ein Barlöffel bestellt. Gin habe ich eh in verschiedenen Variationen daheim.
    Bzgl. dem Pernod werd ich wohl mal ne mail an die Meisterschüler (Berlin) schreiben. Dort hab ich ihn getrunken. Der ist aber auch mehr etwas für den Sommer. Jetzt werde ich erstmal mit einen einfachen Sour beginnen und mich hocharbeiten. Dann kann ich auch mal meine Pisco Bestände von meinen Auslandsjahr verbrauchen 😉

  9. Mit Pernod hab ich nicht wahnsinnig viel Erfahrung, aber zwei Rezepte aus Franz Brandls „Cocktails“ hab ich schonmal gemacht und auch für gut befunden:
    Anis Fizz: 5 cl Pernod, 3 cl Zitronensaft, 2 cl Zuckersirup schütteln und in nicht zu großem Glas einen nicht zu großen Schuß Sprudel zugeben.
    Bitter Pernod: 3 cl Pernod, 3 cl Vodka, 3 cl Zitronensaft schütteln und in Collins-Glas mit Bitter Lemon auffüllen.

  10. Stefan hat mir die Worte schon aus dem Mund genommen. Als ich den Kommentar eben las dachte ich auch sofort: Padovani. Für Rob Roy muss es nicht zwingend ein Single Malt sein, im Rezept steht denke ich auch nur einfach „Scotch“ – aber, wie Stefan schon gesagt hat, gerade bei den klar strukturierten Drinks lohnt sich auch die höherwertige Zutat.

  11. Hier das Rezept zum pernod sour (via nico aus der bar Meisterschüler in Berlin):
    5 cl pernod
    3 cl frischer zitronensaft
    2 cl frischer orangensaft
    1-2cl grenadine (je nachdem wie süss bzw. sauer du ihn gerne trinkst, normal sind so 1,5 c)

    Für mich ein super Sommer Drink.
    Die anderen Rezepte werde ich auch mal probieren. Der Shaker ist schon auf dem weg zu mir 😉

    Danke auch für die Whisky Tipps!!

  12. Ich hab gestern mal den Frankfurt sour für meiner freundin probiert. Tja, eins hab ich gelernt. Ein Amaretto für Cocktails hat andere anforderungen als einer zum Kochen (nachspeisen). Werd ich wohl mal einen anderen kaufen müssen.
    Für heute steht ein Aperol sour für sie auf dem plan 😉

  13. Ich bin nicht der Meinung, daß es sich lohnt, beim Amaretto nennenswert Geld auszugeben. Das Lidl-Produkt tuts da allemal. Weiß nicht, was Du mit Koch-/Back-Amaretto meinst, aber solange es nicht nur Aroma war, sondern ein Likör, müßte es geklappt haben und wird es durch einen anderen nicht besser. Ist alles die selbe Plörre.

  14. Keine sorge. Der amaretto ist nach mehreren jahren am ende und muss ersetzt werden.
    Ich möchte nur meine freundin von meiner leidenschaft für gute drinks überzeugen bzw. diese auch daheim zu trinken und selber zu mixen.

  15. @Touri: Dann bist du ja für deine Freundin in dieser Folge genau richtig. Für den Anfang machen sich Sours prima als Einstieg und oft auch Longdrinks da diese nicht so viel Volumenprozent Alkohol haben. Was auch immer gern genommen wird sind Drinks wie der French 75 und ähnliche Drinks die mit Champagner oder Sekt aufgefüllt werden.

  16. An den French 75 hab ich auch schon gedacht. Wenn mal ein paar Freundinnen von Ihr hier sind, werde ich den machen.
    Hab grad ein bestellung fertig gemacht:
    El Dorado 12y
    Tanqueray No 10
    Velho Barreiro
    Elijah Craig 12 Years Old
    Angostura Bitter

    Daheim hab ich noch:
    Aperol
    Bombay Sapphire 47% (Kaufe ich immer im Duty Free)
    Hendrick’s
    Havana Club Anejo Especial (nur noch ca. 4cl)
    und 15 Malts 😉

    Habt ihr Vorschläge? Ich will mich jetzt erstmal auf Sours konzentrieren und dabei meine Bar und Skills aufbauen.

  17. Cachaca haben wir auch alle in unseren Schränken, aber die Erfahrung zeigt, daß man den mit steigender Cocktaileuphorie immer weniger einsetzt. Aber das von Dir gewählte Produkt ist gut.

    Ein heller Rum wäre dringender, am besten HC3. Wofür den El Dorado? Willst Du Rum pur trinken? Nicht gerade das Produkt, an das ich beim Aufbauen einer Bar als erstes denken würde, auch wenn es natürlich nicht schadet, einen guten Rum zu haben.

    An was ich noch denken würde:
    -Cognac (z.B. Hennessy black) oder Brandy (Cardenal Mendoza)
    -Tequila (100% Agave) und/oder Mescal (ebenso 100%)
    -evtl. Genever (Bols (den in der graublauen Flasche! Nicht jounge von Bols) oder einen oude (z.B. Bokma))
    -evtl. ein Rye (Old Overholt)
    -evtl. Aquavit (z.B. Linie)
    -Calvados (jungen, also Fine)
    -Triple sec (aber ich schätze, Dir ging es um Basisspirituosen und nicht um eine Likör-/Sirupberatung, sonst wären auch noch so Sachen wie Creme de Cassis, Grenadine, Creme de Cacao, Lime juice u.a. zu nennen)
    -Campari
    -und nicht zu vergessen: Ich persönlich stehe auf Obstbrände, die in Sours hervorragend funktionieren, z.B. Williams Christ.
    -Orange Bitters

  18. Danke für den Tipp bzgl. dem Cachaca. Du hast recht. Ich hatte auch erst an einen hellen Rum gedacht. Werde ich dann wohl auch machen.
    Der El Dorado wurde bei cocktailsoldfashioned.de empfohlen. Grade die Idee einen Rum auch mal pur trinken zu können finde ich interessant. Aber vielleicht schau ich mir auch mal die anderen an.

  19. Okay, ich habe die Liste überarbeitet.
    – El Dorado
    – Velho Barreiro
    + Appleton Estate V/X 40%
    + Havana Club Anejo 3
    + Old Overholt Rye
    Lime juice war schon vorher drauf und Grenadine mach ich selbst.
    Bzgl. Obstbrenden: Ich lebe in Österreich und bekomme immer wieder mal gute Obstbrände 😉 Freue mich schon auf die Brennzeit…

  20. El Dorado ist ein toller Rum, keine Frage. Den 12 pur und zum gelegentlichen Mix, den 15er gerne zum pur trinken. Aber Christoph hat Recht, wenn’s um Cocktails geht erstmal nicht so brutal wichtig.

    Ob ich gleich Genever mit auf die Liste setzen würde, ich weiß nicht. Ebenso Aquavit, die braucht man für Drinks nicht so wahnsinnig oft, außer man steht, wie Christoph, auf Aquavit Negronis. 🙂

    Den Rest deiner Liste würde ich so erstmal unterstützen, das macht schon ’ne Menge guter Sachen möglich.

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