#31 – BCB 2016

Der Barconvent Berlin 2016 hat so viele Eindrücke bei uns hinterlassen, dass wir unmöglich über alle sprechen können. Na gut, dass wir einige gewichtige Themen in unserem diesjährigen Bericht von der (zumindest für uns) wichtigsten Fachmesse des Jahres ausgespart haben, könnte auch an dem allgegenwärtigen Gin liegen, zu dem wir dort verführt wurden. Die Unvollkommenheit unseres Berichts steht aber auch symbolisch für ein zentrales Gefühl auf dem BCB: dem der Überforderung von der schieren Menge an Ständen, Eindrücken, Vorträgen und Information.

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Trotzdem hatte wir auch Zeit, es zu genießen, alte Freunde wiederzusehen, gute und auch weniger gute Tropfen zu verkosten und reichlich Nachfragen über die Neuheiten unserer flüssigen Leidenschaft zu stellen. Letzteres haben wir auch in zwei kleinen Interviews dokumentiert, die Ihr in der Folge hören könnt.

Für den Eröffnungsaufsprecher danken wir Arnd Henning Heissen aus dem Curtain Club und dem Fragrances, dessen Gastfreundschaft wir genießen durften.

#30 – Zitrusfrüchte

Kurz vor Weihnachten ist in Deutschland traditionell die Zeit der Zitrusfrüchte und so haben die Ur-Podcaster Zitronatzitrobert, Mandaristoph und Pampelmustefan den Advent genutzt, um eine Folge über dieses Thema zusammenzukreuzen. Wenn man gelegentliche Kalauer verzeihend übersieht, läßt sich hier ein Überblick über eine jahrtausendealte Geschichte, unterschiedliche Ordnungssystematiken und chemische Zusammensetzungen gewinnen. Familien sind eine Frage der Definition und so erfreuen wir uns mit all unseren Brüdern und Schwestern im Geiste an erfrischenden Drinks mit unseren geliebten Vitamin-C-Lieferanten; Und nein, wir sprechen nicht von Zwiebel-Smashes.

Zitrusfrüchte

Den Opener spricht ein alter Bekannter, diesmal in seiner Muttersprache, der ähnlich gerne wie auch wir Mythen der Barkultur auf den Grund geht: Jeffrey Morgenthaler.

Die versprochene professionelle, wenngleich an statistisch kaum aussagekräftig kleiner Testgruppe (je eine Frucht) vorgenommene Säure-Testreihe ergab folgende Ergebnisse:
Limette: pH 2,23
Zitrone: pH 2,31
Limequat: pH 2,77

Lemon Drop
4 cl Vodka
2 cl Cointreau oder selbstgemachter Zitrussirup (siehe Alberta Straub)
2 cl frischer Zitronensaft
auf Eis shaken und in vorgekühlte Cocktailschale abseihen und mit Zitronenscheibe garnieren oder im Tumbler auf Eis und diverse Zitrusfruchtscheiben

Bombay Crushed
ca. 6 Kumquats halbieren und mit
ca. 2 cl Zuckersirup oder 2-3 Barlöffel weißer Rohrzucker muddeln
4-6 cl Bombay Sapphire Gin hinzugeben, auf Eiswürfeln shaken und komplett in hohes Glas füllen.
(Variante: analog beliebiger Caipirinha-Zubereitungsform)

Hemingway Daiquiri
4 cl Rum, weiß
1 cl Grapefruitsaft
1 cl Limettensaft
0,75 cl Maraschino
0,5 cl Zuckersirup
auf Eis shaken und in vorgekühlten Cocktailspitz abseihen
(Hemingway hätte ihn wohl eher mit 8 cl Rum getrunken)

Mandarine Margarita
4 cl Tequila (100 % Agave)
2 cl Mandarine Napoléon
2 cl Limettensaft
auf Eis shaken und in vorgekühltes Margaritaglas abseihen
(super ist auch die White Lady-Variante mit Gin und Zitronensaft)

Mandarinen-Fizz
4 cl Mandarine Napoléon
4 cl Zitronensaft
auf Eis shaken und in Fizzglas (hoch und schmal) mit wenig Soda toppen, kurz durch Rühren vermischen

Zitrus-Stammbaum

Zitrus-Stammbaum


 

 

#29 – Weinbrände – mehr als Cognac

Fast ein Jahr haben wir weinseelig in unseren Fässern gelegen und das 28. Thema des Cocktailpodcasts heranreifen lassen: Weinbrände.

Coganac, Weinbrand, Brandy

Zu lange haben wir dieses Feld unseren Vätern und Großvätern überlassen, denn eine moderne Bar ohne Cognac und seine Brüder ist möglich, aber sinnlos. Wir klären, was Weinbrand aus europäischer Sicht ist, stellen verschiedene Spezialitäten wie Armagnac, spanischen Brandy und deutschen Weinbrand vor und grenzen zu verwandten Produkten ab. Jahrhundertealte, wechselhafte Geschichte, Imagewandel und kryptische Altersbezeichnungen sind dabei für uns ebenso relevant wie Produktempfehlungen und Beispiele für die Verwendbarkeit in kalten und warmen Mischgetränken.

Für die einleitenden Worte danken wir Hidetsugu Ueno und hoffen, ihn bald in seiner neueröffneten Bar High Five in Tokyo wiederzusehen.

Sidecar
2-4 cl Cognac (Variante: Armagnac)
2 cl Cointreau
2 cl frischer Zitronensaft
auf Eis shaken und in vorgekühlte Cocktailschale abseihen

Sazerac
6 cl Cognac (Variante: 4 cl Cognac, 2 cl Bourbon)
1-2 cl Zuckersirup
2-4 dash Peychaud’s Bitters (evt. z.T. Aromatic Bitters)
auf Eis rühren, in Absinth-gecoatetes Old-fashioned-Glas auf frisches Eis abseihen
(Vorsicht: Nicht zu viel Absinth!)

Vieux Carré und Saratoga
siehe Folge 18 – Manhattan

B&B
2-4 cl Brandy
2 cl Bénédictine
auf Eis im Tumbler bauen

Brandy Alexander
3 cl Brandy
3 cl Crème de cacao brun
3 cl Sahne
auf Eis shaken, in vorgekühlte Cocktailschale abseihen und mit Muskatnußabrieb bestäuben

Prince of Wales
3 cl Cognac
3 cl Madeira
3/4 cl Orangenlikör
1 dash Angostura Bitters
auf Eis rühren, in vorgekühlte Champagnertulpe abseihen, mit 3cl Champagner auffüllen und mit Orangenspirale garnieren
Variante:
4 cl Cognac
1 cl Cointreau
0,5 cl Maraschino
1-2 dash Angostura Bitters
auf Eis rühren, in Silberbecher auf frisches Eis abseihen, mit 3 cl Champagner auffüllen und mit Zitronenzeste garnieren

Rüdesheimer Kaffee
4 cl Asbach mit
3 Stück Zucker erwärmen und flambieren,
1/8 l starken Kaffee hinzugeben,
mit Schlagsahnehaube bedecken und mit Vanillezucker und Schokosträuseln garnieren

 

#27 – Ausmisten

26 Folgen liegen hinter uns und lange Jahre in unseren Homebars. Viel hat sich in der Zeit angesammelt: Zuhörerfragen, Ergänzungen zu vergangenen Themen, Fehlkäufe und ungenutzte Schätze. In der heutigen Folge misten wir ordentlich aus. Wir schauen, was sich im Podcast angesammelt hat und machen uns Gedanken darüber, welche Teile unserer Bars wirklich essentiell sind. Was waren Fehlkäufe und was wäre das erste, was wir uns zulegen würden, wenn wir plötzlich unsere Bars verlören und wieder bei Null anfangen müßten? Wie nicht anders zu erwarten, ergeben sich da bei vier Podcastern vier teilweise konträre Meinungen, da es sich zu nicht unerheblichem Teil um ein reines Geschmacksthema handelt.

Worin wir uns aber einig waren, war die Wahl unseres Openers: Jeffrey Morgenthaler.

Frozen Rum Sour

Die von Martin in der Sendung erwähnte Barkarte findet Ihr hier: Martins Barkarte

#25 – Cocktailpartys organisieren

Einen guten Drink zu zaubern macht Spaß. Eine ganze Cocktailparty zu bestreiten kann auch Spaß machen, bedarf aber einer guten Planung oder wird dadurch zumindest sicherer ein Erfolg. Worüber man sich dabei bereits im Vorfeld Gedanken machen muß, überlegen wir uns in der heutigen Folge, die sich vor allem an die begeisterten Amateure unter den Hörern richtet, die nicht am Abend im Angesicht unzähliger Gäste merken wollen, daß sie die Gläser oder das Eis vergessen haben.

Wir beleuchten hierfür verschiedene Arten von Partys, wobei wir uns auf eigene Erfahrungen stützen und hin und wieder auch kleinere Anekdoten erzählen.
Für die wohlorganisierte Einleitung danken wir Torben Bornhöft vom Trinklaune-Blog.

Die Preisliste von Jeffrey Morgenthaler findet sich hier: How to price a cocktail

#23 – Mocktails

Ganz ohne spirituelle Genüsse begeben wir uns heute in die Welt der alkoholfreien Mischgetränke, auch Mocktails genannt. Egal aus welchem Grund man auf unserer betäubende und anregende Lieblingskohlenwasserstoffkette Ethanol verzichten möchte, hat man doch einen guten Drink verdient, was manche Barkeeper vor kleinere Probleme stellt. Das muß nicht so sein, denn neben einigen Klassikern und unseren persönlichen Favoriten gibt es wie bei der Cocktailkomposition auch hier einige Grundregeln, mit denen man sich das Leben erleichtert und dem Gast einen unvergeßlichen Abend bereiten kann.

Alkoholfreies / Mocktails

Für die Einleitung danken wir unserem Freund und Cocktailenthusiasten von der Hamburger Polizei, Olaf Wüstenhagen.

Wie den Frankfurtern unter unseren Hörern vielleicht auffallen wird, haben wir diese Folge bereits vor einigen Monaten aufgenommen, weswegen ein paar Kleinigkeiten mittlerweile veraltet sind. Es sei Euch aber versichert, daß Ihr im Parlour nach wie vor hervorragende Mocktails mit atemberaubender Deko bekommt.

Die Rezepte dieser Folge werden mal wieder nachgereicht. Wir versprechen, daß sie noch vor denen für die Likörfolge erscheinen werden.

#20 – Basically an Old Fashioned

Wir haben uns die Pause zunutze gemacht, um all unsere Drinks zu sortieren und darüber zu philosophieren. Überall liest man von unterschiedlichen Cocktailkategorien und Drinktypes und dem möchten wir natürlich in nichts nachstehen und werfen unsere Nomenklatur in den Ring, die durch ihre Einfachheit und Reduziertheit bestechen soll. Dies hat selbstverständlich nur Übersichtscharakter. Daß auch wir all das noch komplexer und differenzierter sehen, werden wir in einer der kommenden Folgen erläutern.

Didaktisch reduziert gibt es für uns nur 4 Cocktailkategorien, die sich über die Kombination ihrer ausschlaggebenden Zutaten definieren.

In Klammern stehen jeweils die Cocktails, die für uns persönlich dieser Kategorie vorstehen.

Old Fashioned (Whiskey Old Fashioned): Spirituose, Süßung, Bitter
Sour (Daiquiri): Basisspirituose, Süßung, Säure
Sahnedrink (Alexander): Spirituose, Süßung, Sahne
Gesüßte Spirituose (Stinger/ Rusty Nail): Spirituose, Süßung

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#18 – Manhattan, Martinez und Martini

In Folge 18 des Cocktailpodcasts widmen wir uns nicht nur dem großen Cocktail des 19. Jahrhunderts, dem Manhattan, sondern auch seinen beiden vergleichbar wichtigen Nachkommen, dem Martinez und dem Martini Cocktail. Wir diskutieren Entstehungsmythen, betonen Gemeinsamkeiten und stellen einige der unzähligen Varianten vor. Neben großen Männern wie Winston Churchill und James Bond taucht auch eine von uns hochgeschätzte junge Dame auf: Laura Schacht aus der Clouds Bar in Zürich, bei der wir uns für die Eröffnungsworte bedanken.

Manhattan
4 cl Rye Whiskey
2 cl roter Vermouth
2 dash Bitters (Orange und/oder Aromatic)
auf Eis rühren und in vorgekühlte Cocktailschale abseihen und mit Kirsche garnieren (oder mit Orangenzeste abspritzen).
analoge Varianten:
Guyana Manhattan mit Guyana-Rum statt Whiskey
Rob Roy mit Scotch statt Whiskey
Harvard mit Brandy statt Whiskey
Saratoga mit 2 cl Brandy und 2 cl Rye statt 4 cl Rye

Dry Manhattan
4 cl Whiskey
2 cl trockener Vermouth
2 dash Bitters (Orange und/oder Aromatic)
auf Eis rühren, in vorgekühlte Cocktailschale abseihen und mit Kirsche garnieren (oder mit Orangenzeste abspritzen).

Perfect Manhattan
4 cl Whiskey (wir empfehlen Bourbon)
1 cl roter Vermouth
1 cl trockener Vermouth
2 dash Bitters (Orange und/oder Aromatic)
auf Eis rühren und in vorgekühlte Cocktailschale abseihen und mit Kirsche garnieren (oder mit Orangenzeste abspritzen).

Brooklyn
5 cl Rye Whiskey
2 cl roter Vermouth
1-2 dash Amer Picon
1 dash Orange Bitters
auf Eis rühren und in vorgekühlte Cocktailschale abseihen und mit Kirsche garnieren (oder mit Orangenzeste abspritzen).
Variante: Bensonhurst mit 1 dash Cynar statt Orange Bitters

Kappes Manhattan (Greenpoint)
5 cl Rye Whiskey
1,5 cl roter Vermouth
1,5 cl Chartreuse jaune
1 dash Orange Bitters
1 dash Aromatic Bitters
auf Eis rühren, in vorgekühlte Cocktailschale abseihen und mit Orangenschale abspritzen.

Bobby Burns
3 cl Scotch
3 cl roter Vermouth
0,5 cl Benedictine
auf Eis rühren, in vorgekühlte Cocktailschale abseihen und mit Zitronenspirale

Vieux Carré
2 cl Rye
2 cl Brandy
2 cl roter Vermouth
1 dash Benedictine
1 dash Orange Bitters
1 dash Aromatic Bitters
mit Eis in Tumbler geben, kaltrühren und mit Zitronenspirale garnieren.

Remember the Maine
4 cl Rye
1 cl roter Vermouth
1 cl Cherry Heering (wir empfehlen stattdessen Guignolet de Dijon)
1-2 dash Absinth
auf Eis rühren, in vorgekühlte Cocktailschale abseihen und mit Kirsche garnieren.

Speakeasy Cocktail
5 cl Rye
2 cl Ingwerlikör (Giffard Ginger of the Indies)
1,5 cl Swedish Punch (Forgotten Flavours)
2-3 dash TBT Capital Bitters
auf Eis rühren, in vorgekühlte Cocktailschale abseihen und mit Zitronenzeste abspritzen.

Martinez
4 cl Old Tom Gin
2 cl roter Vermouth oder Noilly Prat ambre
1-2 dash Maraschino
1 dash Bitters (Orange und/oder Aromatic)
auf Eis rühren und in vorgekühlte Cocktailschale abseihen.
frühere Variante: 2 cl Gin, 4 cl roter Vermouth…

Martini Cocktail
4-6 cl Gin
0-3 cl Dry Vermouth
2 dash Orange Bitters
auf Eis rühren und in vorgekühltes Cocktailspitz (Martiniglas) abseihen. Deko: Olive oder Zitronenspirale (ursprünglich im Kangaroo)
Varianten:
Gibson mit Silberzwiebel statt Olive
Dirty Martini mit zusätzlich etwas Olivenlake
Christophs Martini mit Lillet blanc statt Vermouth

Vesper Cocktail
3 cl Gordon’s Gin
1 cl Vodka
0,5 cl Kina Lillet (heute stattdessen Cocchi Americano)
auf Eis schütteln,in vorgekühlten Sektkelch (oder besser Cocktailspitz) abseihen und mit Zitronenspirale garnieren.

Kangaroo Cocktail
4 cl Vodka
1 cl trockener Vermouth
auf Eis rühren, in vorgekühltes Cocktailspitz (Martiniglas) abseihen und mit Zitronenspirale garnieren.

Apricot Cocktail
6 cl Gin
2 cl Apricot Brandy
2 dash Orange Bitters
auf Eis rühren und in vorgekühlte Cocktailschale abseihen.

Ott’s Special
6 cl Gin
3 cl trockener Vermouth
1 cl Strega
2 dash Orange Bitters
auf Eis rühren, in vorgekühlte Cocktailschale abseihen und mit Orangenschale abspritzen.

Gingertini
4 cl Gin
1 cl Ingwerlikör (Domaine de Canton)
0,5 cl trockener Vermouth
0,5 cl Zuckersirup
auf Eis schütteln, in vorgekühltes Cocktailspitz abseihen und mit Orangenspirale garnieren

Raising the Bar with Jamie Boudreau – Vermouth – The Golden Ratio from Small Screen auf Vimeo.