Post für mich

Während ich diese Zeilen hier tippe, habe ich mich aufgemacht aus meiner kleinen Wohnung in ein Café. Von mehreren Seiten wurde mir das elbgold als der Ort empfohlen, an dem man in Hamburg den besten Kaffee trinken könne. Und es ist wirklich so. Einen so fantastischen Kaffee habe ich nur selten bisher genießen können. Frisch, auf den Punkt und eine Auswahl gibt es hier – das ist zum schwindlig werden. Dazu gibt es den ganzen Tag Frühstück, Bagels und Croissants, belegt mit toller italienischer Salami. Ich bin nur etwas irritiert angeschaut worden, als ich um 12:30 Uhr nach Frühstück gefragt habe. Der Schlafrhythmus wird durch die Arbeit doch leicht verschoben.

Als ich am gestrigen Abend in den Löwen kam, übergab Herr Meyer mir kleines Päckchen. Die Firma Barworkz in Berlin hat mir ein kleines Fläschchen mit einer Spirituose zukommen lassen, mit der Bitte den Inhalt zu bewerten und Vermutungen abzugeben, um was es sich hierbei handelt. Natürlich wurde das Fläschchen sofort entkorkt und gemeinsam mit den verehrten Kollegen der Inhalt unter die Nase genommen. Dass wir natürlich nicht auf eine kleine Verkostung verzichten konnten, versteht sich von selbst. Eine sehr spannende Spirituose wurde mir da zugeschickt, die ich auf jeden Fall nochmal verkosten werden, bevor ich mir meine endgültige Meinung gebildet habe.

Seit Montag gibt es eine neue Kollegin im Le Lion. Die erste Frau hat ihren Dienst angetreten und ab sofort die Gäste mit leckeren Drinks und einem fantastischen Service versorgen. Sie hat die letzten Jahre in London gearbeitet, stammt aber gebürtig aus Hamburg, wo sie auch in einem Hotel gelernt hat. Wer mehr von ihr wissen möchte, muss wohl selbst als Gast im Löwen vorbeischauen, was sowieso immer anzuraten ist. Sie arbeitet zurzeit mit mir zusammen in der Küche, an der Tür und im Service, um die ganzen Abläufe im Löwen kennen zu lernen.

Wenn man zur Tür geht, um neue Gäste herein zu lassen, schaut man meist kurz auf den kleinen Monitor hinter der Bar, kann aber nur selten erkennen, um wen es sich jetzt handelt, der davor steht und Einlass begehrt. So staunte ich nicht schlecht als eines Abends ein Kollege von mir mit seiner Freundin davor stand. Ich hatte ihm schon oft empfohlen unbedingt mal ins Le Lion zu gehen und an diesem Abend kamen sie dann vorbei. Natürlich habe ich ihnen einen Platz am Tresen angeboten, denn dort kommt man in Genuss der direkten Empfehlungen und Beratungen des ungekrönten Königs des Shakers Mario Kappes. (Sagt ihm das lieber nicht, dass ich das so schreibe, sonst müssen wir wieder kämpfen!) Es ist immer schön zu beobachten, wie es Gästen geht, die zum ersten Mal im Le Lion sind und die Atmosphäre dort nicht kennen und ganz unbefangen in sich aufnehmen können. Das erinnert mich daran, wie es für mich war, als ich die heiligen Hallen das erste Mal betrat. Man klingelt, die Jacken werde einem abgenommen und man betritt einen dunklen Raum in dem sich so wunderbar ein Tresen einfügt, dass man sich sofort wohl fühlt und es eine bisschen so ist, als würde man jemand anderen in seinem Wohnzimmer besuchen kommen. Dadurch, dass das Le Lion keine Fenster hat und somit kein Tages- oder Nachtlicht eindringt, gibt es keine Uhrzeiten. Es ist immer abends irgendwie, immer Zeit für einen Drink und ein schönes Gespräch am Tresen.

Ist es noch hell im Löwen, nein es gibt kein geheimes Fenster, sondern lediglich das Putzlicht, ändert sich die Stimmung. Zeit für Mis en Place oder das Feierabendbier oder ein kleinen Happen zu essen, bevor es dunkel wird und die Gäste hereinkommen. Ganz im Löwenstil geht man entweder in die umliegenden kleinen Restaurants etwas essen oder holt sich eine Pizza von Joeys und trinkt Cola dazu. Man kann nicht immer besonders, sagen die Kollegen. Für einen Monat geht das ganz gut, finde ich, aber längerfristig sehr verständlich.

Wer vor seinem nächsten Besuch im Löwen eine Grundlage legen möchte, damit man die dargereichten Drinks besser verträgt, dem sei unbedingt das Tartar im Cafe Paris auf der gegenüberliegenden Straßenseite ans Herz gelegt. Allerdings sei erwähnt, dass es dort sehr voll ist und eine Reservierung durchaus sinnvoll sein kann, wenn man sicher einen Platz haben möchte. Vor der Arbeit gehen wir auch immer gern in das zwei Straßen entfernte Mama. Hier kann man Pizza mit Kartoffelscheiben und Rosmarin oder sehr leckere Pastaspeisen essen. Wenn ich als Gast in den Löwen gehe, gehe ich meist vorher bei Daniel Wischer vorbei und lasse mir eine Portion Fish’n’Chips schmecken.

Musik heute: Hintergrundmusik im elbgold und Gesprächsfetzen von den Nachbartischen

4 Gedanken zu “Post für mich

  1. Hi, wenn wir unseren nächsten Jahresbesuch in HH machen, werde ich all Deine tollen Tipps prüfen. ‚Danke‘ , klingt sehr lecker und interessant.
    Schade, dass Deine Zeit im Löwen langsam abläuft. Es war immer so unterhaltsam Deinen Blog zu lesen. Jeder konnte mit Dir leiden (Zitronen) oder sich mit Dir freuen (Fleischpflanzerln und jetzt das Päckchen). Was bekommen wir dann zu lesen??? Ich glaube, ich bin nicht die Einzige, die das vermissen wird! Aber NOCH ist es nicht so weit. Weiterhin viel Spaß – lass es krachen!!!

  2. Das mit dem Elbgold kann ich nur bestätigen. Kann sein, dass ich einer deiner Tippgeber war? Ich hatte ja schon das Glück bei der Neueröffnung des zweiten Cafés, dort mit Herrn Baumann gemeinsam Drinks zu mixen. http://www.bartender-lab.de/2010/09/kaffee-in-cocktails-oder-wie-eine-idee.html

    Schön, dass du auch noch die Kartoffelpizza isst, die ich Dir bei unserem gemeinsamen essen im Mama empfohlen habe, nachdem wir in der Piano-Bar waren.
    Ansonsten wünsche ich Dir noch eine schöne Restzeit im Löwen.
    Vielleicht schaffe ich es nochmal auf einen Greenpoint während Deiner Amtszeit als CdCdLL.
    Gruß Olaf

  3. @Olaf: Da hast Du sehr recht! Du warst einer der Tippgeber und auch die Pizza in der Mama – lecker! Sitze gerade im neueröffneten elbgold an der Sternschanze und tippe am nächsten Artikel.

    @Scotty: Soll ich dann aus Frankfurt erzählen? Da passiert ja nicht so viel… Aber wer weiß. Wenn es etwas zu berichten gibt, werde ich das tun.

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